Excel. Das Schweizer Taschenmesser der Softwarewelt. In Würde gealtert, selbst in Zeiten des digitalen Wandels. Besonders kleine Unternehmen schwören für viele unterschiedliche Aufgaben auf den Alleskönner. Nicht wenige nutzen Excel für die Personaleinsatzplanung. Und wenn wir hier von Excel schreiben, dann meinen wir eigentlich jegliches Tabellenkalkulationsprogramm.
Wenn wir uns tiefer mit dem Einsatz für das Workforce Management beschäftigen, stechen einige grundlegende Funktionen heraus, die man beherrschen muss, wie etwa:
Aber Unternehmen wachsen. Mit der Größe kommt Komplexität und irgendwann stellst Du Dir die Frage: Ist Excel für meine Personaleinsatzplanung noch das richtige Tool?
Deswegen lass uns tiefer in die Personaleinsatzplanung mit Excel einsteigen, die feinen Nuancen verstehen und herausfinden, ab wann Excel vielleicht nicht mehr ausreicht.
Excel bietet eine Unmenge an verschiedenen Funktionen für die monatliche Planung an. Eine einfache Planung könnte beinhalten:
Beispiel:
Stell Dir ein kleines Contact Center vor. Januar ist für gewöhnlich der ereignisreichste Monat mit 60.000 Anrufen. Durch Ausprobieren hat man herausgefunden, dass 16,2 Mitarbeitende für dieses Volumen nötig sind. Mit einer einfachen Formel wird nun abgeleitet, dass man im Februar 52.000 Anrufe erwartet, die man mit 14,7 Mitarbeitenden bedienen kann. Das sind die Daten, die Du in Deine Tabelle eingibst. Und schon hast Du einen rudimentären monatlichen Personalplan.
Nun weißt Du aber noch nicht, wie gut Deine Planung dem Bedarf gerecht wird. Dafür musst Du die Über- bzw. Unterbesetzung im jeweiligen Monat errechnen. Die einfachste Methode dafür ist, das Volumen mit der durchschnittlichen Bearbeitungszeit (AHT) zu multiplizieren, um das Arbeitsaufkommen in Stunden zu erhalten. Dem stellst Du die Arbeitsstunden eines FTE (Full Time Equivalent) im Monat gegenüber. Daraus ergibt sich die benötigte Anzahl Mitarbeitende. Darin enthalten ist aber noch nicht die Shrinkage. Die musst Du noch hinzurechnen. So erhältst Du die genau benötigte Anzahl Mitarbeitenden.
So sieht das dann ungefähr aus:
Und so sieht das in der wöchentlichen Verteilung aus:
Lass uns in Deine Excel-Personaleinsatzplanung hineinzoomen, um einen genauen Blick auf die Wochentagsplanung zu werfen. Hier können wir:
Beispiel:
Mit der gleichen Methodik wie beim Monatsplan befüllen wir die Zeilen für Arbeitsvolumen, AHT und Shrinkage, doch diesmal für jeden Wochentag einzeln. Jetzt kannst Du sehen, an welchen Tagen Dein Plan wie stark abweicht. Die Wochentagsvolumina können übrigens in die Wochen- bzw. Monatsplanung direkt mit einfließen, so dass die verschiedenen Tabellenblätter untereinander kohärent sind.
Überlege Dir, für die Spitzentage weiteres Personal zu planen. Auch Tage, in denen üblicherweise höhere Krankenstände oder andere ungeplante Abwesenheiten sind, solltest Du mit in Betracht ziehen. Wenn Du also beispielsweise an einem Montag 20 FTE geplant hast, Du aber einen 10%igen Puffer haben willst, dann plane 22 FTE.
Für eine detaillierte Planung über den Tag hinweg, erstellst Du einen Tagesplan. Das machst Du, indem Du:
So könnte eine Tagessteuerung aussehen. Bedenke, wir haben hier 10% Puffer, um die Spitzenzeiten abzufedern.
Beispiel:
Zwischen 9 und 11 Uhr morgens ist das Kontaktaufkommen recht hoch. Für unser beispielhaftes Contact Center sind 25 Mitarbeitende für diese Intervalle geplant. Nach dem Mittagessen werden zwischen 14 und 16 Uhr nur noch 15 Mitarbeitende benötigt. Durch die detaillierte Betrachtung des Aufkommens und der geplanten Mitarbeitenden pro Intervall siehst Du sofort, wo Du über- und wo Du unterbesetzt bist. Mit diesen Informationen bist Du nun in der Lage, die Dienstpläne entsprechend anzupassen oder Offline-Aktivitäten wie Meetings zu planen.
>> Ach übrigens, diese 8 Anzeichen zeigen Dir, dass Excel Deiner Personalplanung nicht mehr gewachsen ist.
Für ein Startup oder kleines Contact Center kann eine gut gepflegte Excel-Tabelle durchaus ein probates Mittel sein. Aber mit dem Wachstum des Geschäfts wachsen auch die Anforderungen an die Personaleinsatzplanung. Dann werden die Schwächen von Excel mehr als offenbar und es heißt, etwas Neues muss her.
Obwohl Tabellenkalkulationsprogramme wie Excel sehr mächtige Tools sind mit all ihren Formeln, Diagrammen und Pivot-Tabellen, sind sie dennoch nicht unfehlbar. Denn der Fehler ist meistens der Mensch. Je mehr Du manuell machen musst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler passieren. Bei Tabellen mit vielen Formularen kann ein kleiner Fehler bereits gravierende Auswirkungen haben.
Dennoch ist Excel und Co. für kleinere Unternehmen eine kostengünstige Wahl. Mit dem Wachstum des Unternehmens geht aber auch wachsende Komplexität einher. Mehr Forecasts, mehr Personal planen und deutlich mehr Echtzeit-Anpassungen machen eine Workforce Management Software zu einem unverzichtbaren Erfolgsfaktor.
Bedenke, das richtige Tool erleichtert Dir nicht nur das Leben und spart eine Menge Zeit. Es gilt was am Ende herauskommt. Und das sind bei WFM-Tools deutlich mehr Effizienz, bessere Kundenzufriedenheit, bessere Mitarbeitermotivation und reduzierte Kosten bei der Personalplanung. Unterm Strich sparst Du also eine Menge Geld.